Lorenz kritischer Blick

Verzicht der Stadt Köln auf Öffnungen mit Teststrategie ist schädlich

Die Stadt Köln kehrt am Montag in den Lockdown zurück und verzichtet auf Möglichkeiten einer breiten Teststrategie. In Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium könnten auch bei einer Inzidenz über 100 definierte Bereiche geöffnet bleiben, wenn tagesaktuelle negative Testergebnisse zur Bedingung gemacht würden.

“Zumindest für Museen, Bibliotheken und den Zoo hätte die Stadt diese Chance nutzen sollen“, erklärt Lorenz Deutsch MdL, Vorsitzender der FDP Köln. „Der Verzicht ist doppelt bedauerlich: Erstens wären die Angebote  den Kölnerinnen und Kölnern zugutegekommen. Zweitens hätte die erhöhte Anzahl von Testungen mehr Sicherheit gebracht. Stattdessen setzen wir jetzt den Blindflug-Lockdown einfach fort. Ohne konkrete Anlässe werden die Kölnerinnen und Kölner sich nicht in ausreichendem Maße testen lassen. Der komplette Rückzug ins Private verhindert das Erkennen von Infektionen und die entsprechende Unterbrechung von Infektionsketten. Weniger Tests – weniger Sicherheit!“

Besonders befremdlich erscheint die Erläuterung der neuen Stadtdirektorin, Andrea Blome, der Krisenstab habe die neue Corona-Schutzverordnung des Landes am Freitagnachmittag noch nicht lesen können. Lorenz Deutsch wundert sich: „Die Verordnung ist mittags veröffentlicht worden. Davon abgesehen, wurden die dort ermöglichten Regelungen für Öffnungen mit Teststrategie seit Tagen diskutiert. In Tübingen wird dieses Modell schon erfolgreich praktiziert. Mit dem Saarland folgt ein ganzes Bundesland. Ich wundere mich schon sehr, dass die Kölner Stadtverwaltung von diesen Entwicklungen nichts mitbekommen hat. Wäre sie vorbereitet gewesen, hätte sie auf die neue Corona-Schutzverordnung sofort reagieren können. Offensichtlich ist es nicht gewollt und der einfache Weg des Lockdowns wird vorgezogen – mit allen negativen Folgen. Fortschritt in der Pandemiebekämpfung und für das Leben in der Stadt wird so verhindert.“