Deutsch: Kölner Gastronomiebetriebe haben bessere Unterstützung verdient

Gestern wurde von der Oberbürgermeisterin, KölnBusiness, der DEHOGA, dem Handelsverband und der Handwerkskammer ein Köln-Kodex vorgestellt, der eine Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Hygienemaßnahmen und ein Servicepaket für Betriebe beinhaltet. In der Kölner Gastronomie ist das vorgestellte Material auf Verwunderung und auch Empörung gestoßen. Einerseits bildet die Erklärung längst geübte Selbstverständlichkeiten ab, andererseits unterschreitet das zur Verfügung gestellte Material schon längst eingeführte Standards. So wurden den Betrieben zur Kontaktnachverfolgung Listenvordrucke zur Verfügung gestellt. Dies kommt nach über einem Jahr Pandemie nicht nur reichlich spät, sondern ist in der Praxis längst überholt. Viele Kölnerinnen und Kölner konnten sich von digitalen Lösungen in zahlreichen Gastronomien unserer Stadt im letzten Sommer überzeugen. Genannt sei nur die häufig eingesetzte App „Recover“. Heute wurde nach zahlreichen Hinweisen und Protesten der Download dieser Zettelwirtschaft wieder offline genommen.

Gleichzeitig hoffen die Gastronomen auf die Öffnung der Außengastronomie ab dem 28. März. Sie ist angesichts des Infektionsgeschehens der bislang einzige Hoffnungsschimmer der Gastronominnen und Gastronomen in diesem Frühjahr. Ohne die Möglichkeit der Schaffung von genug Plätzen an der frischen Luft stünden die vielen Unternehmerinnen und Unternehmen spätestens in den nächsten Monaten vor dem Ruin.

Lorenz Deutsch MdL, Vorsitzender der Kölner FDP erklärt dazu:
„Die Kölner Gastronomie steht vor existentiellen Herausforderungen, vielen Betrieben steht nach Monaten des Lockdowns das Wasser bis zum Hals. Selbstverständlich begrüßen wir Liberalen, dass bürokratische Hürden für Genehmigungsverfahren sowie den Aufbau von Tischen und Stühlen im Außenbereich abgebaut wurden. Das ist ein kluger Weg, den wir in der Corona-Krise grundsätzlich und eben nicht nur in der Gastronomie-Branche gehen müssen.
Die Allgemeinheit des „Köln-Kodex“ und die Unzulänglichkeiten des dort zur Verfügung gestellten Materials aber erscheint den Betroffenen nun wie Hohn, und das verstehe ich sehr gut! Das von der Stadt und den Spitzenverbänden eingestellte Material bildet noch nicht einmal den vor einem dreiviertel Jahr schon erreichten Standard der Praxis ab. Dass das Material deswegen nun schon wieder offline genommen wurde, ist einfach nur peinlich und dilettantisch.

Die Kölner Gastronominnen und Gastronomen haben längst gezeigt, wie verantwortungsvoll sie mit exzellenten Hygienemaßnahmen auf die Situation reagiert haben. Längst wurden digitale Lösungen eingeführt, die Luca-App ist seit Wochen in aller Munde – und die Stadt Köln verteilt Zettel!
Die Kölner Gastronomiebetriebe sind offensichtlich sehr viel weiter. Sie haben bessere Unterstützung verdient.“